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Canis lupus - Der Wolf

Der Wolf

Canis lupus

weitere Informationen  Wölfe in Brandenburg - Informationen über Schutz der Wölfe

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hochspringen Isegrim kehrt zurück

Wanderung nach Westen Auf einem großen Truppenübungsplatz in Sachsen, nahe der brandenburgischen Landesgrenze haben aus Polen eingewanderte Wölfe erstmals seit der Ausrottung des Wolfes in Deutschland erfolgreich Nachwuchs aufgezogen. Das ist eine Sensation, die in der Fachwelt und den Medien weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Beachtung gefunden hat.

Angesichts der großen Raumansprüche dieser Art ist zu erwarten, dass bald vereinzelt auch wieder durch Brandenburgs Wälder Wölfe ihre Fährte ziehen. Nach jahrhundertelanger gnadenloser Verfolgung braucht diese fast überall in Europa und in großen Teilen ihres Verbreitungsgebietes in ihrem Bestand stark bedrohte Art unsere Unterstützung.

hochspringen Schutzstatus

Wölfe sind nicht jagdbar und genießen auf Grund nationaler und internationaler Rechtsvorschriften innerhalb der europäischen Union strengsten Schutz. Die Tötung eines Wolfes wird daher als Straftat verfolgt.

Da der Wolf hier früher heimisch war, ist der Schutz dieser Art auf Grund gesetzlicher Verpflichtungen sicherzustellen. Dennoch ist es möglich, mit naturschutzbehördlicher Zustimmung, bei auftretenden Problemen schnell und effektiv zu reagieren.

hochspringen Wolfsmanagement

Verbreitung in Europa Die Brandenburgische Landesregierung ist auf den Umgang mit diesem faszinierenden "Neu-Brandenburgern "gut vorbereitet, denn bereits 1994 wurde durch den damaligen Umweltminister Matthias Platzeck ein Wolfsmanagementplan in Auftrag gegeben, der das Wissen über diese Tierart zusammenfasst und wichtige Managementvorschläge unterbreitet.
weitere Informationen  Wolfsmanagementplan  
 

hochspringen Verbreitung

In West- und Mitteleuropa ist der Wolf im 18. und 19. Jahrhundert weitgehend ausgerottet worden. Restbestände existierten in Westeuropa noch in Portugal und Spanien sowie in Südost- und Osteuropa.

Seit den 70er Jahren stabilisierte sich die Population in Ostpolen und der Slowakei. In Westpolen etablierte sich im Ergebnis der Bemühungen um den Schutz dieser Art in Polen eine kleine Population unweit der Oder.

hochspringen Einwanderung nach Brandenburg

 Die Zuwanderung von einzelnen Wölfen nach Ostdeutschland ist nie völlig abgerissen. Sie hatte ihren bisherigen Höhepunkt vor dem Ereignis in Sachsen 1991 mit dem illegalen Abschuss von vier Wölfen in Brandenburg.

Wolfsnachweise in Deutschlandhochspringen Gefahr für Haustiere?

Angesichts der Höhe der Schalenwildbestände, die durch die brandenburgische Jägerschaft nur mit Mühe unter Kontrolle gehalten werden können, ist das natürliche Nahrungsangebot so gut, dass Konflikte mit Haustieren nur ausnahmsweise zu erwarten sind. Außerdem gibt es sehr effektive Schutzmöglichkeiten mit wolfssicheren Elektrozäunen oder speziell erzogenen Herdenschutzhunden.

Wie Erfahrungen aus den Nachbarländern Polen und der Slowakei zeigen, wo man es noch nicht verlernt hat, mit den Wölfen zu leben, ist diese extrem scheue und heimlich lebende, aber zugleich auch sehr anpassungsfähige Tierart ohne weiteres in der Lage, mit dem Menschen in friedlicher Koexistenz zu leben. Die sich Anfang der 90er Jahre andeutende Entwicklung der natürlichen Wiedereinwanderung in Brandenburg verlief langsamer als erwartet. Gesicherte Wolfsbeobachtungen wurden wahrscheinlich auf Grund von illegalen Nachstellungen in Westpolen seltener.

hochspringen Gefahr für den Menschen?

Eine Gefahr für Menschen geht von Wölfen schon auf Grund ihrer Lebensweise unter normalen Umständen nicht aus. Meldungen über angebliche Angriffe von freilebenden Wölfen auf Menschen haben sich bei ernsthaften Nachforschungen bisher nie bestätigen lassen. Der Ruf des Wolfes als Bösewicht und gefährliches Tier hat wohl eher einen kulturgeschichtlichen Hintergrund in unserer Märchen- und Sagenwelt (Rotkäppchensyndrom).

hochspringen Verwechselungsgefahr mit Hunden

Die Entwicklung in Sachsen lässt nun erwarten, dass wieder vermehrt Wölfe insbesondere im südlichen Brandenburg auftauchen werden. Es ist deshalb besonders wichtig, dass Jäger vor allem in Süd- und Ostbrandenburg sowie in den großen zusammenhängenden Waldgebieten der Schorfheide, des Flämings und der Uckermark es vermeiden, bei der Durchführung von Maßnahmen des Jagdschutzes auf vermeintlich wildernde "schäferhundartige Hunde" zu schießen. Die Verwechselungsgefahr mit Wölfen ist zu groß.

hochspringen Lebensweise

Ein Rudel besteht in der Regel aus den beiden Alttieren und den Jungen eines Wurfes.

Wölfe ähneln wolfsähnlichen Schäferhunden in Körperbau und Proportionen. Einige Kennzeichen allerdings sind dem Stammvater aller Hunderassen eigen. Sein graugelbes bis graubraunes Fell zeigt auf dem Rücken einen dunklen Bereich. Er hat lange schlanke Beine mit großen Pfoten und dicken Krallen. Ihr Abdruck ist länglicher als die eines Hundes. Seine buschige Rute trägt der Wolf meist gerade. Sein breiter, sich zum Fang hin verjüngender Kopf setzt sich durch einen hell abgesetzten Bereich um die Schnauze ab. Die dreieckigen kleinen Ohren stehen aufrecht.

hochspringen Wolfsschutz - ein Indikator für ein Umdenken bei unserem Umgang mit der Natur

Anders als viele andere in ihrem Bestand bedrohte Tierarten stellen Wölfe keine besonders spezifischen Ansprüche an Ihren Lebensraum. Entscheidend dafür, ob diese Art wieder bei uns heimisch werden kann, wird sein, wie wir mit ihr umgehen!

Der WolfDie Bestandsentwicklung des Wolfes in Europa kann daher auch als Indikator für den Bewusstseins- und Wertewandel in der Gesellschaft hinsichtlich ihrer Toleranzbereitschaft gegenüber Entwicklungen in der Natur gewertet werden. Es wäre sicher nicht leicht, den armen Entwicklungsländern in der sogenannten dritten Welt, zu erklären, wieso wir lautstark von ihnen erwarten, dass sie Ihre Löwen, Tiger oder Elefanten schützen sollen, wenn wir nicht einmal in der Lage sind, eine vergleichsweise so wenig problematische Tierart wie den Wolf zu akzeptieren!
 

hochspringen Ansprechpartner und Adressen

Auf Grund der außerordentlich heimlichen Lebensweise von Wölfen ist es auch für Spezialisten sehr schwer, genauere Angaben zur Bestandssituation dieser Art zu ermitteln. Das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) hat deshalb die Naturschutzstation Zippelsförde im Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) beauftragt, alle Informationen zum Auftreten von Wölfen in Brandenburg zu sammeln und nach Möglichkeit zu verifizieren. Dem LUGV steht dabei eine Gruppe von besonders fachkundigen, ehrenamtlichen regional organisierten Wolfsbetreuern zur Seite.

Auf der ministeriellen Ebene gibt es gute Kontakte zu den benachbarten Bundesländern Sachsen und Mecklenburg/Vorpommern, die ebenfalls eine gemeinsame Grenze mit dem Nachbarland Polen haben. Der Informationsaustausch erfolgt hier schnell und unkompliziert

Aber auch zufällige Beobachtungen können von großem Wert sein. Es wird deshalb darum gebeten, hinreichend gesicherte Beobachtungen dem LUGV  oder MUGV, Abt. Naturschutz, Referat Biotop- und Artenschutz, mitzuteilen.

Detailliertere Informationen zur Unterscheidung von Wolf und Hund sind einem Faltblatt zu entnehmen, das der Brandenburgische Landesjagdverband, der sich in anerkennenswerter Weise für den Schutz des Wolfes einsetzt, bereits in zweiter, aktualisierter Auflage herausgegeben hat.

Weitere Informationen
weitere Informationen  Faltblatt: Wölfe vor der Haustür
weitere Informationen  Broschüre: Wölfe in Brandenburg – Eine Spurensuche im märkischen Sand
weitere Informationen  Mit Wölfen leben - Informationen für Jäger, Förster und Tierhalter in Sachsen und Brandenburg (Broschüre)
        » Tierhalterinformation (Dezember 2010)
weitere Informationen  Ausgleich von durch Wölfe verursachten Schäden (Richtlinie)
weitere Informationen  Wolfsnachweise in Brandenburg (Verbreitungskarte)
weitere Informationen  Naturschutzstation Zippelsförde im LUGV (siehe Kontakt)
weitere Informationen  Landesjagdverband Brandenburg e.V.
weitere Informationen  IFAW - Internationaler Tierschutz-Fonds
weitere Informationen  WWF - World Wide Fund For Nature
weitere Informationen  WWF-Leitfaden: Lernen, mit dem Wolf zu leben – Fragen aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd und Tourismus


26.01.2012

Kontakt:
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Abteilung Ökologie, Naturschutz, Wasser, Referat Ö2 - Natura 2000, Arten- und Biotopschutz / Naturschutzstation Zippelsförde, Jens Teubner, Tel.: 033 933/ 708 16, E-Mail: Jens.Teubner@LUGV.Brandenburg.de