
Waldbezogene Bildungs- und Erziehungsarbeit
Schwerpunkt der brandenburgischer Waldpädagogik ist eine umfassende Grundlagenarbeit. Sie basiert auf einer langjährigen Sammlung waldpädagogisch relevanter Fakten und Daten soll die Erfahrung bzw. das Bewusstsein vermitteln, dass- der Wald in seiner Funktionenvielfalt lebenswichtig, interessant und schön ist,
- der nachwachsende Rohstoff Holz unentbehrlich bleibt,
- der Wald den bedeutendsten Lebensraum wildlebender Tier- und Pflanzenarten darstellt,
- die standortgerechte Forstwirtschaft ein Beispiel für verantwortungsvolle Ressourcennutzung ist,
- Forstleute kompetente Partner in Sachen Wald sind,
- der Wald bedroht ist, ihm aber durch verantwortungsvolles Verhalten geholfen werden kann und
- jeder Einzelne Mitverantwortung für den Wald trägt.
Besonders wichtig ist dabei,
- die Vermittlung von Kenntnissen im, am und über den Wald in einer Atmosphäre der Freude und des Interesses durchzuführen,
- das Walderleben einprägsam und nachdrücklich zu ermöglichen,
- eine ganzheitliche Waldbetrachtung zu vermitteln,
- am Beispiel Wald Geschichtlichkeit und Denken in Generationen zu lehren und
- die Interpretation des Waldes auf das Alter, das Wissen und die Erfahrung der Waldbesucher abzustimmen.
Neben der Entwicklung und Erprobung verschiedener waldpädagogischer Methoden und Themen wird gegenwärtig der Bearbeitung von Walderlebens-Programmen für ausgewählte Zielgruppen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Waldpädagogische Zielgruppen sind in Brandenburg beispielsweise Vorschulkinder, Schüler der Primarstufe sowie der Sekundarstufen 1 und 2, Familien, Senioren, behinderte Menschen oder "Multiplikatoren" wie Waldbesitzer, Jäger, Lehrer, Erzieher, Ärzte, Manager, Künstler, Politiker oder Journalisten. Viel Aufmerksamkeit wird auch der Entwicklung spezieller waldpädagogischer Naturlehrmittel als Brücken zwischen den mediengewohnten Menschen und der Natur geschenkt. Wichtige waldpädagogische Fragen sind Gegenstand von Dissertationen sowie Diplomarbeiten und werden fachlich begleitet. Ein weiteres Kennzeichen der Waldpädagogik im Land Brandenburg ist deren harmonische Einbindung in das System der brandenburgischen Umweltbildung. Die Aufgabe wurde von Beginn an in die Umweltbildungsstrategie des Landes integriert.
Zahlreiche waldpädagogische Angebote werden von waldbezogenen sowie auf dem Gebiet der
Umweltbildung tätigen Verbänden und Vereinen realisiert. Hierbei ist der Landesverband
Brandenburg e.V. der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald SDW, einer der Initiatoren der Waldpädagogik
unseres Bundeslandes, herauszuheben. Dieser anerkannte Naturschutzverband arbeitet seit
1996 nach einer "Konzeption zur waldbezogenen Bildungsarbeit". Bei allen
waldpädagogischen Vereinsprojekten sorgt die Forstverwaltung
für die forstfachliche Beratung.
Eine wachsende Zahl waldpädagogischer Angebote bezieht
Kinder und Jugendliche aus dem Ausland mit ein. Besondere Bedeutung haben dabei
deutsch-polnische Veranstaltungen wie gemeinsame Jugendwaldeinsätze, Waldschultage oder
Waldjugendspiele, wie sie beispielsweise am Jugendwaldheim Müllrose, an der Waldschule
"Am Rogge-Busch" und an der Waldschule "Kleinsee" durchgeführt
werden.
Seit vier Jahren werden junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren über das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) in waldpädagogischen Einrichtungen wie dem
Waldpädagogik-Zentrum, dem Jugendwaldheim und den Waldschulen, aber auch an Schulwäldern, Waldlehrgärten und Waldlehrpfaden eingesetzt. Es
gibt in Brandenburg derzeit 17 forstliche FÖJ-Einsatzstellen mit waldpädagogischen
Arbeitsinhalten. Träger dieser Plätze ist
der Gräbendorfer Förderverein Märkischer Wald e.V.
Brandenburgische Waldpädagogik zeichnet sich weiterhin durch ein
System periodischer Schulungen und Weiterbildungen aus.
So erhielten seit 1994 alle Försterinnen und Förster, die Teilnehmer an der
Anpassungsfortbildung waren, eine theoretische und praktische Unterweisung in der
Waldpädagogik. Diese Schulungen werden seitdem an der Forstschule Finkenkrug und in den Ämtern für Forstwirtschaft themenbezogen fortgesetzt.
Der Erfolg unserer Waldpädagogik gründet nicht zuletzt auf umfangreiche Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.
Es werden, beginnend 1991, mehrere waldpädagogische Schriftenreihen und Informationsblätter herausgegeben. Dazu zählen etwa der monatlich erscheinende "Waldbote", die Folge "Lebensraum
Wald",
die waldpädagogische Broschürenreihe der Waldschule Müllrose, das "Blankenfelder
Waldblättchen" des "Waldhaus Blankenfelde" und der "Informationsdienst WALD" der brandenburgischen SDW.
Mit Ausstellungen, Faltblättern, speziellen waldpädagogischen
Lehr- und Lernmitteln sowie waldpädagogischen Aktionen ist das Fachgebiet auf den
"Höhepunkten des Waldjahres" wie "Grüne Woche", "Tag des
Waldes", "Tag des Baumes", "Weltumwelttag",
"Hubertustag" sowie zentralen und regionalen Veranstaltungen aller Art vertreten.
Ergebnisse der forstlichen Waldpädagogik 2005
22.02.2006
Waldpädagogik-Zentrum Haus des Waldes, Klaus Radestock, Tel.: 03 37 63 / 6 44 44, Fax: 03 37 63 / 6 44 43, E-Mail: HausdesWaldes@AfFWu.Brandenburg.de


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