
Alles im Fluss und Griff nach den Sternen – Tack im Naturpark Westhavelland ( 11.08.2011 )
Premnitz – Als Lebensader der Region steht die Havel im Mittelpunkt vieler Projekte. Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) ist deshalb bei ihrem heutigen Besuch im Naturpark Westhavelland auf dem Fluss unterwegs. "Die Renaturierung der Unteren Havel zählt zu den größten Vorhaben dieser Art in Europa", so Tack. "Gleichzeitig mausert sich die Havelniederung auf eindrucksvolle Weise zum immer beliebteren Wassersportrevier."
Die Havelreise im echten Fischerkahn startet im Premnitz, das gemeinsam mit acht weiteren Gemeinden und Ämtern die Initiative Flusslandschaft Untere Havelniederung gebildet hat. Ziel dieses vom Naturpark Westhavelland und vom regionalen Tourismusverband initiierten Zusammenschlusses ist es, zwischen Brandenburg und Havelberg ein attraktives Wassersportrevier für den Paddel- und Hausboottourismus zu entwickeln. Dafür entsteht zum Beispiel ein Informationssystem, das den Touristen beim Landgang den sensiblen Naturraum nahebringt, aber auch Tipps für Sehenswertes und ganz Praktisches wie beispielsweise Einkaufs- oder Einkehrmöglichkeiten in den Orten bietet.
Die umfassendste Fürsorge erfährt das junge Wassersportrevier jedoch durch das Naturschutzgroßprojekt zur Renaturierung der Unteren Havel. Das vom NABU getragenen Vorhaben gestaltet den Fluss auf 100 Kilometern wieder naturnah. Damit werden in diesem international bedeutsamen Feuchtgebiet, das in Brandenburg als Teil des Naturparks Westhavelland und in Sachsen-Anhalt im Biosphärenreservat Mittelelbe besonderen Schutz genießt, Lebensräume und Artenvielfalt erhalten und entwickelt – und damit die Basis des Naturtourismus.
Das Gewässerrandstreifenprojekt wird in einem rund 9000 Hektar großen Kerngebiet unter anderem 16 Altarme der Havel wieder anschließen, 89 Hektar Auenwälder etablieren, 30 km Uferbefestigungen beseitigen und 66 Flutrinnen aktivieren. Zudem bringt der Rückbau zweier Deichabschnitte 500 Hektar Überflutungsgrünland zurück. Alles in allem werden rund 19.000 Hektar Projektgebiet vom Vorhaben profitieren. Die Kosten der 2010 begonnenen Umsetzungsphase von 21,1 Millionen Euro finanziert der Bund zu 75 Prozent, elf Prozent trägt das Land Brandenburg, je sieben Prozent das Land Sachsen-Anhalt und der NABU.
Zum Projekt beitragen wollten auch die jungen Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres, die sich derzeit in Premnitz unter dem Motto "Öko ist…" treffen. An den Werktagen der Kongresswoche arbeiten sie an der Aktivierung einer ehemaligen Flutrinne mit und krönen so Debatten, Seminare und Bildungsangeboten über die ganze Bandbreite ökologische Lebensgestaltung mit handfestem Engagement. "Der Jugendfreiwilligendienst FÖJ bietet eine gute Chance, ökologisches Engagement in entsprechendes Handeln umzusetzen Gleichzeitig hilft er, sich außerhalb eines Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnisses beruflich zu orientieren", so Tack. Ziel der Landesregierung sei es, über die Jugendfreiwilligendienste Perspektiven für junge Menschen aufzuzeigen. "Sie sollen erkennen, es lohnt sich, in Brandenburg zu bleiben und die Zukunft des Landes mitzugestalten", sagte die Ministerin.
Ganz auf den Himmel setzt der Naturpark Westhavelland mit einem anderen "Großprojekt". Denn ein richtig dunkler, durch künstliches Licht kaum aufgehellter Sternenhimmel wie er sich über dem nördlichen Teil des Naturparks wölbt, ist selten geworden in unseren Breiten. Sogar die einzelnen Sterne der Milchstraße sind dort noch sichtbar. Um diesen Nachthimmel zu schützen und touristisch zu nutzen, strebt der Naturpark gemeinsam mit den Kommunen des Naturparks die internationale Anerkennung als Dark Sky Park oder "Sternepark" an. Ein deutschlandweit einzigartige Titel, der die Anziehungskraft der Region gewiss nicht nur für Hobbyastronomen stärkt.
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Referat 02 "Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Internationale Kooperation", Alrun Kaune-Nüßlein, Tel.: 0331/ 866 -7016, E-Mail: Alrun.Kaune-Nuesslein@MUGV.Brandenburg.de


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