Hinweis: brandenburg.de hat seine Internet-Seiten auf barrierefreien Zugriff optimiert und verwendet deshalb standardisiertes CSS (Stylesheets). Sollte Ihr Browser dieses nicht korrekt anzeigen, unterstützt er nicht die üblichen Webstandards. Weitere Informationen finden Sie hier.
Zitronenfalter-Männchen

Tierwelt: Der Zitronenfalter

Gonepteryx rhamni - Insekt des Jahres 2002

Der Zitronenfalter - das Sinnbild eines Schmetterlings; zugleich Frühlingskünder und "Sommervogel" - gehört zu den Sympathieträgern unter den Insekten und ist eine der wenigen einheimischen Arten mit größerem Bekanntheitsgrad.

Lebensräume des Zitronenfalters sind Wälder und Gebüsche, Moore, Auen und selbst Parklandschaften. Besonders die Männchen unternehmen auch Dispersionsflüge, wandern dabei mitunter bis in die Städte.

Die auffällige gelbe Farbe des männlichen Tieres hat der Art den ersten Teil ihres deutschen Namens eingebracht. Der zweite Wortteil "Falter" bezeichnet solche Schmetterlinge, die in Ruhe ihre Flügel über den Rücken zusammenfalten. Sein wissenschaftlicher Name Gonepteryx rhamni (LINNAEUS, 1758) bezieht sich dagegen auf die spitz ausgezogenen Flügel (Gonepteryx = Eckflügler) und weist zu dem auf die Nahrungspflanze der Raupe hin (Rhamnus = Kreuzdorngewächse).

Zitronenfalter-WeibchenDie Zitronenfalter-Weibchen sehen bemerkenswert anders aus als die Männchen und zeigen dadurch ein Beispiel für Geschlechtsdimorphismus. Sie haben zartgrün-weißliche Flügel und werden von ungeübten Beobachtern manchmal mit Kohlweißlingen verwechselt. Bei beiden Geschlechtern wird die gleichmäßige Farbe von Vorder- und Hinterflügel nur durch einen orangeroten Punkt in der Mitte unterbrochen.

Ungefähr 9 Monate verbringt der Zitronenfalter als erwachsenes Insekt. Somit ist er der einheimische Tagschmetterling mit dem längsten Leben. Theoretisch kann man ihn an jedem Tag im Jahresverlauf beobachten. Andere einheimische Tagfalterbeenden ihr Dasein meist schon nach 2 - 4 Wochen. Jedoch ist der Zitronenfalter nicht das ganze Jahr über aktiv. Wenn im Herbst die letzten schönen Tage zu Ende gehen, sucht er sich ein etwas geschütztes Fleckchen. Unter Zwergsträuchern, die manchmal von Laub überdeckt werden, in Grashorsten, in Efeu- oder Brombeerhecken und ähnlichen Verstecken verbringt er den Winter frei sitzend und oft steif gefroren. An milden Februartagen wird er manchmal schon aus seinem Quartier aufgescheucht und gilt dann als vorzeitiger Frühlingsbote.

Eier-GelegeSeine eigentliche Zeit kommt aber meist erst im April, wenn es an sonnigen Tagen schon angenehm warm ist und bereits Blüten zu finden sind. Als erste Nektarspender spielen Seidelbast, Lerchensporn, Lungenkraut und andere rotviolette Flühblüher eine wichtige Rolle. In kühlen Stunden kann man die Falter beim Sonnenbad beobachten. Dazu breiten sie ihre Flügel nicht aus, wie es andere Arten tun, sondern richten eine Flügelunterseite genau senkrecht zu den einfallenden Sonnenstrahlen aus.

Bei schönem Frühlingswetter sind die Zitronenfalter auf Brautschau. Sobald eines der Weibchen entdeckt ist, wirbelt ihm das Männchen in wilder Jagd hinterher. Die Paarung dauert nur kurze Zeit und findet immer im Frühjahr statt; niemals im Sommer oder Herbst.

Beginn des SchlüpfvorgangesDie Entwicklung der Raupen vollzieht sind in den Saumgesellschaften der Wälder. Mit Beginn des Blattaustriebs im April legt das Weibchen meist einzeln an Faulbaum (Frangula alnus) oder Kreuzdorn (Rhamnus catharticus) seine Eier. Die Eiablage kann, regional unterschiedlich, bis Anfang Juli dauern.

Die mattgrünen Raupen, mit ihren weißen Seitenstreifen und grünen Stigmen, schlüpfen nach 6 Tagen aus den Eiern und sind von Mai bis Ende Juli anzutreffen. Die Puppenruhe beträgt durchschnittlich 2 Wochen. Von den zeitig abgelegten Eiern können bereits ab Ende Juni die Falter der neuen Generation ausschlüpfen.


29.04.2011

Kontakt:
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Referat Ö2 - Natura 2000, Arten- und Biotopschutz, Dr. Horst Beutler, Tel.: 03546/ 278 37 07 , E-Mail: Horst.Beutler@LUGV.Brandenburg.de