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Naturpark Westhavelland - Projekte

Gewässerrandstreifenprojekt Untere Havel 2009 - 2021

Mit der Übergabe des Fördermittelbescheides an den NABU durch das Land Brandenburg vom Dezember 2009 wird die naturnahe Gestaltung der Unteren Havel in Brandenburg und Sachsen-Anhalt bis zum Jahr 2011 fortgesetzt. Gemeinsam mit dem Bund sowie den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt will der NABU als Projektträger bis zum Jahr 2021 ein rund 9.000 Hektar großes Kerngebiet zwischen dem brandenburgischen Pritzerbe und dem sachsen-anhaltinischen Gnevsdorf renaturieren. So sollen künstliche Uferbefestigungen entfernt, Flutrinnen geöffnet sowie Altarme angeschlossen werden.

Ziel des Vorhabens ist der Erhalt und die Aufwertung des größten zusammenhängenden Feuchtgebiets Mitteleuropas als wichtiger Lebensraum für Mensch und Natur. Dieses Gewässerrandstreifenprojekt „Untere Havelniederung zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf“ in den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Phase II dient

  • der ökologischen Verbesserung der Unteren Havelniederung zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf zum Schutz und zur Entwicklung der charakteristischen und auentypischen Lebensgemeinschaften, Strukturen und Funktionen,
  • der Sicherung der Retentionspotentiale der Havelaue sowie
  • einer dauerhaften Herabstufung der Bundeswasserstraße Havel zwischen Rathenow und Havelberg von der Wasserstraßenklasse III zu Wasserstraßenklasse I.

"Für Brandenburg ist eine nachhaltige Gewässerentwicklung sehr bedeutsam. Ein besserer Rückhalt von Wasser in der Landschaft, aber auch ein ökologisch orientierter und kostengünstiger Hochwasserschutz und eine wesentliche Verbesserung der Gewässerstrukturgüte müssen zum unverwechselbaren Markenzeichen der brandenburgischen Umweltpolitik werden. Dies ist auch unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge und Voraussetzung für den Erhalt des wirtschaftlichen Standortpotentials der Region unter den Bedingungen des Klimawandels." – Anita Tack, Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg in Ihrer Pressemitteilung vom 16.12.2009

Projektzeitraum

Der Durchführungszeitraum wird vom 01.12.2009 bis zum 30.09.2021 festgelegt. Basis zur Förderung ist die Richtlinie des Bundes zur Errichtung und dauerhaften Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung. Die Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt unterstützen weiterhin alle erforderlichen Maßnahmen zur Einhaltung dieses Ziels.

Entwicklungsziele im Kerngebiet sind

  • Erhöhung der Struktur- und Strömungsvielfalt und des Standortmosaiks im Gewässer, am Ufer und in Teilen der Niederung durch Deckwerksentnahme, Anschluss von Altarmen und Rinnen, Entfernung von Uferverwallungen und Deichen sowie eine an die Projektziele angepasste Gewässerunterhaltung durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes,
  • Verbesserung der Gewässerstruktur und der fließenden Verhältnisse bei Niedrigwasser,
  • naturnahe Wasserstands-Abfluss-Beziehung durch Verkleinerung des Abflussprofils, großräumige Vernetzung von Gewässer und Auen sowie ein den natürlichen Verhältnissen angenähertes Staugeschehen,
  • Verbesserung der biologischen Durchgängigkeit,
  • Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes durch frühzeitige und länger andauernde Ausuferungen der Havel in die Aue und Wiederanschluss von Polderflächen an die Überflutungsdynamik,
  • Entwicklung von naturnahen nutzungsfreien Ufer- und Auenwäldern – es wird eine Fläche von 200 Hektar angestrebt,
  • Optimierung der extensiven und grundwassernahen Grünlandbewirtschaftung an naturschutzfachliche Maßgaben zur Verbesserung des Zustands charakteristischer Grünlandgesellschaften sowie der daran gebundenen Pflanzen- und Tierarten.

Das "Gewässerrandstreifenprojekt Untere Havelniederung" im Zeitabriss seit 1991

  • Der NABU hat den konzeptionellen Anfang gemacht (1991: erstes Konzept für ein GRP Untere Havelniederung / 1994: Flüsse zwischen Ost und West / 1995 Elbe-Erklärung / 1997: Konzept zur Havel-Renaturierung).
  • Die erste Vorstudie hat Brandenburg alleine bezahlt (2000 bis 2004 über den Haushalt der LAGS - Naturpark Westhavelland). Es liefen parallel erste Abstimmungen mit dem Bund und LSA, auf Ministerebene und auf Initiative Brandenburgs
  • Grundlage für die Einbindung der regionalen Interessen war dann das Regionale Entwicklungskonzept Untere Havel der Landkreise Havelland (BRB) und Stendal (LSA) (2002 bis 2004). Das REK wurde zu 80% von den beiden Ländern gefördert und war eine Idee aus Sachsen-Anhalt.
  • Im Dezember 2004 gab es dann die große Abstimmung zum weiteren Weg und es fielen die großen Entscheidungen: Herabstufung der Wasserstraße, aber Verbleib der Unterhaltung beim Bund / Beantragung des GRP durch den NABU und Übernahme der entsprechenden Finanzanteile durch Bund und Länder.
  • Im Oktober 2005 startete Phase I des Projektes.
  • Der Pflege- und Entwicklungsplan ist seit August 2009 in Kraft. Beide Landkreise haben dazu einstimmige Beschlüsse vorgelegt.
  • Das Projekt ist eine der 5 Säulen der BUGA 2015 geworden.

Weitere Informationen
weitere Informationen Gewässerrandstreifenprojekt, Phase I 2002 – 2004

13.01.2010

Kontakt:
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Referat GR 1 Naturpark Westhavelland, Claudia Hesse, Tel.: 033 872/ 743 -15, Fax: 033 872/ 743 -12, E-Mail: np-westhavelland@lugv.brandenburg.de