
Wölfe im Land Brandenburg
Der Wolf - eines der am weitesten verbreiteten Säugetiere der Erde - wurde in weiten Teilen West- und Mitteleuropas im 18. und 19. Jahrhundert ausgerottet. Die letzten Reproduktionsnachweise des Wolfes stammen für das heutige Gebiet Deutschlands aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Zum ersten Mal nach langer Abwesenheit wurden im Jahr 2000 wieder wildlebende
Wölfe in Deutschland, in der sächsischen Lausitz, geboren. In Brandenburg
erfolgte die erste dauerhafte territoriale Ansiedlung eines Wolfspaares nach
über 100jähriger Abwesenheit 2007 im Zschornoer Wald im äußersten Südosten des
Landes. Während dieses Paar bis heute ohne Nachkommen blieb, konnte im Jahre
2009 erstmals ein Paar westlich von Spremberg mit Welpen nachgewiesen werden.
Seitdem sind auch in Brandenburg jedes Jahr Welpen geboren worden.
2010 kamen drei weitere Paare hinzu, bei denen aber erst 2011 Reproduktion
nachgewiesen werden konnte. Derzeit wird von einem Wolfsbestand von 5 Rudeln, 3
Paaren ohne Nachwuchs und mehreren territorialen Einzelwölfen in Brandenburg
ausgegangen. Hinzu kommt noch ein Rudel in Sachsen-Anhalt auf dem TÜP
Altengrabow an der Landesgrenze zu Brandenburg, dessen Revier auch
brandenburgisches Territorium umfasst. Insgesamt ist derzeit von einem Bestand
von 30 – 40 Wölfen in Brandenburg auszugehen. Die Größe der Rudel schwankt
im Verlauf des Jahres meist zwischen fünf und zehn Wölfen. Die Schwankung der
Rudelstärke wird durch die Geburt der Welpen, das Abwandern der Jährlinge und
durch Todesfälle verursacht. Wölfe besiedeln derzeit etwa ein Zehntel der
Landesfläche Brandenburgs.
In den Jahren 2009 bis 2011 sind in Brandenburg nachweislich mindestens 31
Wolfswelpen geboren worden. Andererseits wurden seit dem Jahr 1990 15 Wölfe tot
aufgefunden. 9 starben im Straßenverkehr, wobei 4 Tiere auf Autobahnen und 5 auf
Bundesstraßen überfahren wurden. 5 Wölfe wurden illegal erschossen und bei einem
Tier konnte die Todesursache nicht mehr ermittelt werden.
Wolfsnachweise im Land Brandenburg
Der Wolf ist zahlreichen Gefährdungen beispielsweise durch Straßenverkehr und illegale Tötungen ausgesetzt. Er unterliegt dem Naturschutzrecht und darf nicht gejagt werden. Einzelne Übergriffe von Wölfen auf Schafe zeigen, dass die Wiederansiedlung im Land nicht ohne Konflikte verläuft. Nutztierhalter müssen besondere Maßnahmen zum Schutz ihrer Tiere ergreifen, um Übergriffe zu verhindern.
Hierzu wurde die mit Unterstützung des IFAW aktuell gedruckte Informationsbroschüre: "Mit Wölfen leben" im März 2010 vom LUGV über die Tierseuchenkasse an alle Nutztierhalter (Schafe, Ziegen) in Brandenburg versandt. Die darin enthaltenen Informationen u. a. zu bewährten Herdenschutzmaßnahmen, Fördermöglichkeiten und Schadensausgleich sollen helfen, unbegründete Ängste abzubauen und Konflikte möglichst zu vermeiden.
Einen aktuellen und kompletten Überblick über Wölfe in Brandenburg gibt die gerade vom Brandenburger Umweltministerium heraus gegebene Broschüre "Wölfe in Brandenburg - Eine Spurensuche im märkischen Sand". Auf 152 reich illustrierten Seiten erfährt der Leser alles Wissenswerte über die geschützte Tierart, ihren Lebensraum und das Brandenburger Wolfsmanagement.
Weitere Informationen
Tierporträt Wolf
Video "Wölfe werden zum Problem"
(Beitrag: ZDF-Drehscheibe - Hinweis: ab Minute 18 (2 Min.))
Broschüre "Wölfe in Brandenburg - Spurensuche im märkischen Sand"
» Bestellung
oder Download
Faltblatt "Der Wolf "(Canis lupus) (2010/2011)
» Bestellung
oder Download
Beratung Nutztierhalter
Broschüre
Mit Wölfen leben
- Informationen für Jäger, Förster und Tierhalter in Sachsen und Brandenburg (2011)
Tierhalterinformation
Nutztierschäden Brandenburg
IFAW-Kooperationsvereinbarung
Naturschutzstation Zippelsförde
Pressemitteilungen rund um den Wolf
30.01.2012
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Abteilung Ökologie, Naturschutz, Wasser, Referat Ö2 - Natura 2000, Arten- und Biotopschutz / Naturschutzstation Zippelsförde, Jens Teubner, Tel.: 033 933/ 708 16, E-Mail: Jens.Teubner@LUGV.Brandenburg.de


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