
Hochwasserfazit 2011
Hochwasserkonferenz in Potsdam
Hochwasserfazit: Deichsanierung hat sich gelohnt
Hochwasserkonferenz in Potsdam
Die extremen Hochwasserereignisse im vergangenen Jahr und zu Beginn dieses Jahres, unter denen tausende Bürgerinnen und Bürger immer noch leiden, wertete Potsdam eine Hochwasserkonferenz aus.
Vier Aufgabenfelder stehen dabei im Mittelpunkt:
- Die Deichsanierung an Elbe und Oder muss zu Ende geführt werden. Über 90 Prozent der Deiche sind erneuert, jeweils knapp 20 Kilometer Deiche müssen noch saniert werden.
- Die Schäden aus dem letzten Hochwasser müssen beseitigt werden. Das kostet mehrere Millionen Euro und wird noch einige Monate in Anspruch nehmen.
- Nach den großen Flüssen rücken nun die kleineren Flüssen verstärkt in den Blickpunkt: Schwarze Elster, Neiße, Havel und Spree. Die Schwarze Elster wird ein Pilotprojekt, noch in diesem Jahr soll eine Flussgebietskonferenz stattfinden.
- Neue Retentionsräume und Polderflächen müssen erschlossen werden. Deren
Wirksamkeit hat sich 2010 und zu Jahresbeginn 2011 gleich mehrfach erwiesen. Die
Rückverlegung des Elbdeiches bei Lenzen, die Flutung der Polder im Bereich des
Nationalparks, die erstmalige Flutung des Sommerpolders an der Löcknitz - immer
haben die am Fluss lebenden Menschen die unmittelbare die Entlastung gespürt.

Um hochwasserbedingte Risiken für die menschliche Gesundheit, die Umwelt, Infrastruktur und Eigentum zu verringern, sollen bis 2015 das Hochwasserrisiko für jedes Flussgebiet neu bewertet, Risiko- und Gefahrenkarten erstellt und daraus Hochwasserrisikomanagementpläne abgeleitet werden. Landkreise, Kommunen, Verbände und betroffene Bürgerinnen und Bürger werden aktiv in die Erarbeitung der Managementpläne einbezogen.
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass ein Wassermanagement benötigt wird, das beide Extreme – Dürre und Hochwasser - berücksichtigt. Dafür stehen zwei neue Ansätze – die Gewässerentwicklungskonzepte, an denen seit drei Jahren gearbeitet wird, und die neue Hochwasserrisikomanagement-Planung. Finanziell unterstützt wird dies von der Europäischen Union.
Das Land Brandenburg hat sich mit einem Kabinettbeschluss dazu bekannt, dass
Hochwasserschutz und Hochwasserrisikomanagement als Teil der Daseinsvorsorge
unverzichtbare Schwerpunktaufgaben sind.
Für knapp 300 Millionen Euro sind in den vergangenen 20 Jahren entlang der Elbe
und Oder Deiche gebaut worden. Die neuen Deiche haben gehalten, obwohl sie
extremen Belastungen ausgesetzt waren.
Mit den rasant, bis zu einem Meter gestiegenen Grundwasserständen in den Flussniederungen, sowohl im Oderbruch als auch entlang der Lausitzer Flüsse, der Havel oder auch in den Niederungen der Elbe, gibt es eine zweite große Herausforderung neben dem Hochwasserschutz. Eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen ist hier unerlässlich. Als gutes Beispiel gilt dafür die AG „Wassermanagement Oderbruch“, in der neben Vertreter des Umwelt- und des Landwirtschaftsministeriums, Landtagsabgeordnete sowie Vertreter von Verbänden, des Landkreises, des Land- und Kreisbauernverbandes zusammenarbeiten.
Da Flüsse nicht an Landkreis- oder Ländergrenzen Halt machen, ist Hochwasserschutz ohne eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern und auch über die Grenze hinweg mit Polen und Tschechien nicht möglich. Deshalb plant das Umweltministerium für den Juni dieses Jahres eine internationale Hochwasserkonferenz.
Hochwasserfazit: Deichsanierung hat sich gelohnt
Nachdem das Jahr 2010 mit fünf Hochwässern in Brandenburger Flüssen wie Oder, Neiße, Spree, Schwarze Elster, Havel und Elbe das aus wasserwirtschaftlichster Sicht ereignisreichste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1854 war, brachte auch der Januar 2011 Hochwasser in allen Brandenburger Flüssen.
Erfolgreich abgewehrt werden konnten diese Hochwasser vor allem an Oder und Elbe dank der größtenteils sanierten Deichen. Für diese Sanierungen wurden bisher 280 Millionen Euro ausgegeben. An der Oder müssen jetzt noch 10 Kilometer Deich saniert werden, an der Elbe 7,5 Kilometer.
Erhebliches ist in den nächsten Jahren an weiteren Brandenburger Flüssen zu leisten: 1500 Kilometer Flussdämme müssen noch überprüft und instand gesetzt werden. Ein Schwerpunkt ist die Schwarze Elster, für die bereits seit sechs Jahren Planungen laufen. 2012 soll mit den Bauarbeiten für erste Maßnahmen begonnen werden. Zu Ende geführt werden soll zudem 2011 die Sanierung der Talsperre Spremberg, die 2010 wegen der Hochwässer zweimal unterbrochen werden musste.
Weitere Informationen
Hochwasserinformationen und -warnungen
Zusammenfassung der Hochwasserereignisse im Januar 2011
Daten zu Oberflächengewässern und Grundwasser sowie meteorologische
Informationen für das Oderbruch
(Zusammenfassung Februar - April 2011 sowie Daten Juli 2011)
26.07.2011
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Abteilung Service, Referat S5 - Umweltinformation, Öffentlichkeitsarbeit, Landeslehrstätte Lebus, Frauke Zelt, Tel.: 033201/ 442-171, E-Mail: infoline@LUGV.Brandenburg.de


Seite drucken