
Naturpark Stechlin-Ruppiner Land - Natur & Landschaft
Lebensräume
Offenlandschaft
Wald
Seen
Fließgewässer
Moore
Buchenwälder und Klarwasser – das sind die Markenzeichen des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. darüber hinaus prägen großflächige, zusammenhängende Kiefernforste, Fließgewässer und, Moore und Offenlandschaften das Landschaftsbild.
Offenlandschaft
Zusammenhängende Offenlandschaften existieren auf der Granseer Platte und dem Endmoränenbogen „Rheinsberg-Zechliner Hügel“. Diese Landschaften haben ihren besonderen Reiz durch ihr lebhaftes Relief, die märkischen Dörfer, Alleen, Hecken und Feldgehölze, welche meist alte Ortsverbindungen und Feldwege säumen.
Wald
Mit fast 70 Prozent Waldfläche ist der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land das waldreichste Großschutzgebiet Brandenburgs. Die Zusammensetzung und Verteilung der Wälder ist stark durch den Menschen geprägt. Ursprünglich war das Gebiet weitgehend mit Laubwäldern bedeckt. Nur auf extrem armen Standorten, wie im Gebiet der Kyritz-Ruppiner Heide und des Sandergebietes der Fürstenberger Staffel westlich von Zechlinerhütte, Rheinsberg, Schwanow bis Zippelsförde, befanden sich Kiefernwälder. Heute ist mit Ausnahme großer naturnaher Buchenbestände im Naturschutzgebiet „Stechlin“, in der Buchheide, in der Ruppiner Schweiz und im Forst Buberow die Kiefer die überwiegende Baumart.
Natürliche Waldgesellschaften
Bliebe die Natur sich selbst überlassen, würden sich im Gebiet rund um den Stechlinsee auf allen Standorten, die nicht zu nass sind, Buchenwaldtypen mit verschiedenen Mischbaumarten entwickeln. Sehr kleinflächig, d.h. auf den besten Böden, wächst Waldmeister-Buchenwald. Hier können anspruchsvolle Mischbaumarten wie Bergahorn und Bergulme auftreten. Im Stechlinseegebiet weit verbreitet ist der Hainsimsen– bzw. Drahtschmielen-Buchenwald. Auf trockeneren, sandigeren und nährstoffärmeren Standorten nehmen Eichenanteile zu. Erlenbruchwälder besiedeln die Niedermoortorfe der Seeufer und die Durchströmungsmoore. In einigen nährstoffarmen Moorbildungen gibt es heute Kiefern-Moorbirken-Wälder. Unklar ist, ob diese Wälder der natürlichen Moorentwicklung entsprechen oder eine Folge von Störungen des Wasserhaushaltes sind.
Seen
Im Naturpark befinden sich mehr als 150 Seen mit unterschiedlicher Ausbildung und Wasserqualität. Fast die Hälfte aller natürlichen Klarwasserseen des Landes Brandenburg liegen im Naturpark. Geologisch handelt es sich um relativ junge Gewässer. Sie entstanden erst nach der letzten Eiszeit (Link Landschaftsentstehung) vor 10.000 bis 16.000 Jahren. Die Seen hatten ursprünglich sehr unterschiedliche Wasserstände. Abhängig vom Grundwasserspiegel lagen sie zwischen 52 und 61 Metern über NN.
Alle Seen durchlaufen mehrere Entwicklungsstufen. Bei ihrer Entstehung ist ihr Nährstoffgehalt zunächst noch gering - sie sind nährstoffarm
(oligotroph). Wegen des geringen Nährstoffangebotes wachsen nur wenige Algen, das Wasser ist klar, das Licht dringt weit vor, so dass Wasserpflanzen noch in großer Tiefe wachsen. Später steigt der Nährstoffgehalt auf natürliche Weise durch Nährstoffeintrag aus der Atmosphäre und dem Zustrom von Grund- und Oberflächenwasser. Aus oligotrophen Seen werden allmählich mäßig nährstoffreiche (mesotrophe) und schließlich nährstoffreiche (eutrophe) Seen. Algen breiten sich aus und färben das Wasser im Sommer grünlich-trüb. Dieser über lange Zeiträume laufende Nährstoffanstieg kann durch menschliche Einwirkungen wie Abwasserleitungen oder Düngemitteleintrag aus angrenzender Landwirtschaft beschleunigt werden.
Der überwiegende Teil der Seen des Stechlinsee-Gebietes sind noch heute oligo- bis mesotroph, was ihren besonderen Wert ausmacht. Weil sie in großen, zusammenhängenden Wäldern liegen, keinen oberirdischen Zufluss haben und bis zu 68 Meter tief sind, ist ihr Nährstoffgehalt immer noch ähnlich niedrig wie zur Zeit ihres Entstehens. In den meisten anderen Regionen Mitteleuropas sind oligotrophe Klarwasserseen schon lange verschwunden.
Im klaren Wasser der oligo- und mesotrophen Seen der Stechlin-Region gedeihen in Tiefen bis zu acht Meter noch Pflanzen wie Armleuchteralgen
(Characeen). Markantester Vertreter der Fischwelt ist die Kleine Maräne. Weil sie auf sauberes, kaltes Wasser angewiesen ist, dient sie Wissenschaftlern als Indikator für den Zustand des Wassers und der Biosysteme.

Fließgewässer
In den Tälern der Sandergebiete haben wertvolle Fließgewässer ihren Ursprung. Die Stechlinsee-Region ist ein typisches Binnen-Entwässerungsgebiet. Was an Niederschlag fällt, sammelt sich hier, und nur ein geringer Teil fließt in einem sichtbaren oberirdischen Fließgewässersystem ab. Das natürliche Fließgewässersystem der Region ist dreigeteilt und folgt den Schmelzwasserrinnen, die während der Eiszeit entstanden.
In den klaren, schnell fließenden Gewässern der Sander wachsen typische Fließwasser-Gesellschaften des
Ranunculion fluitantis – Verbandes, unter anderem mit verschiedenen Laichkräutern, Aufrechtem Merk und Igelkolben. Auf den quelligen Talsohlen findet man Kohldistelwiesen mit Bach-Nelkenwurz, Mädesüß, Engelwurz und verschiedene Weidenröschen.
Moore

Besonders im nördlichen Teil des Gebietes sind zahlreiche Kesselmoore ein bestimmendes Landschaftselement. Viele sind noch unberührt, andere schon stark entwässert, verändert oder gar zerstört.
Die Moore des Stechlinseegebietes entstanden ausschließlich in Geländesenken und –rinnen, die sich während der Eiszeit bildeten. Geogenes Grund- bzw. Oberflächenwasser nährt diese Moore, und es gibt sie in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen. Sehr häufig sind Seeverlandungsmoore mit kleinen Restseen (Barschseen, Teufelssee, Steutzensee, Fuchskuhle). Durchströmungsmoore wie in der Tradenrinne nehmen größere Flächen ein. Braunmoosreiche Seggenriede bestimmten früher die Vegetation dieser talmoorähnlichen Moore.
In den Endmoränenlandschaften mit stärkerem Relief entstanden außerdem kleinflächige Kesselmoore. Auch sie sind typisch für die Stechlinseeregion. Viele kleine Kesselmoore in abflusslosen nassen Senken besitzen Zwischen- und Hochmoor-Vegetation. Dystrophe Moorseen haben im Stechlinseegebiet einen Verbreitungsschwerpunkt in Nordostdeutschland. Das Wasser dieser Moorseen ist oft klar, braun und sauer. An den Ufern und den umgebenden Moorkomplexen wachsen der Rundblättrige Sonnentau, das Weiße Schnabelried, die Schlammsegge und der Sumpfporst.
07.06.2007
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Am Friedensplatz 9, 16775 Stechlin OT Menz, Referat GR 1 Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, Gudrun Quietzsch, Tel.: 03 30 82 / 407 - 0, Fax: 03 30 82 / 407-15, E-Mail: NP-Stechlin-Ruppiner-Land@LUGV.Brandenburg.de


Seite drucken