
Naturpark Stechlin-Ruppiner Land - Natur & Landschaft
Landschaftsentstehung - Die gestaltende Kraft der Eiszeit
Kaum vorstellbar sind die Eismassen, die noch vor 10.000 Jahren unsere Landschaft bedeckten. Ein bis zu 1.000 Meter dicker Eispanzer schob sich in mehreren Etappen über Norddeutschland hinweg. Als das Eis taute, blieb eine typische Folge von Landschaftszügen zurück - die glaziale Serie.
Mit ihren Tälern und Senken, Kuppen und Höhenzügen sowie ihren Grundwasser leitenden bzw. -sperrenden Bodenschichten schuf die glaziale Serie die Grundlage des heutigen Wasserhaushaltes der Stechlinsee-Region. Da es im Rheinsberger Becken kaum natürliche Abflüsse gibt, sammelte sich dort nach dem Rückzug der Gletscher das Wasser wie in einer riesigen Wanne, und es bildeten sich zahlreiche Seen und Moore. Nordöstlich des Rheinsberger Beckens hinterließen die Gletscher auf weiten Strecken eine bis zu 50 Meter mächtige, flach gewellte Sandschicht - den Sander.
Die mächtige Sandschicht der Sanderregion bedeckte nach dem Rückzug des Gletschers große Eisreste unter sich. Nur langsam schmolz das Eis und die Sanderdecke sackte ab. Es bildeten sich Täler, Senken und Rinnen, die sich allmählich mit Grundwasser füllten. Zahlreiche Seen entstanden, darunter der Große Stechlinsee.
Unter der mächtigen Sanddecke befindet sich eine Schicht mit tonhaltigem Geschiebemergel. Diese wassersperrende Schicht dichtet den Sander nach unten ab und verhindert das Abfließen des Grundwassers. Es entstand ein gewaltiger Grundwasserspeicher, von dem alle Seen der Region abhängen.
07.06.2007
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