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Naturpark Stechlin-Ruppiner Land - Regionalentwicklung

Fischerei

Neben den ausgedehnten Wäldern sind die zahlreichen Seen, insbesondere die Klarwasserseen, das Hauptkapital des Naturparks. Seit Jahrhunderten wird im Stechlinseegebiet Fischfang betrieben.

Fischer bei der Arbeit (Foto: NP Stechlin-Ruppiner Land) Heute werden für den Markt hauptsächlich Edelfische, wie Kleine Maränen, Hechte, Aale und Zander gefischt. Weißfische, wie Bleie, Güstern, Plötzen und Karauschen können wirtschaftlich nicht genutzt werden und verbleiben deshalb in den Gewässern. Die Raubfischentnahme und die Nichtabfischung der Weißfische hat Einfluss auf die Artenzusammensetzung und das empfindliche Ökosystem der Gewässer. In einigen Seen haben sich die Weißfischbestände erhöht. Auf der Suche nach Nahrung durchwühlen die Fische den Gewässergrund. Nährstoffe, die im Sediment gebunden waren, gelangen so zurück ins Wasser, das Algenwachstum wird begünstigt. Mit ihrer Art der Nahrungssuche verringern die Fische außerdem die Entwicklung der Unterwasservegetation, die Nährstoffe am Seegrund binden kann. Darüber hinaus ernähren sich die Weißfische überwiegend von Kleinlebewesen die Nährstoffe aus dem Wasser „filtrieren“, wodurch die Nährstoffbelastung der Seen noch verstärkt wird.

In Zusammenarbeit mit Fischern und Anglern wurden Maßnahmen für die Entwicklung eines naturnahen Fischbestandes erarbeit. Mit Zugnetzen werden aus einigen Seen in großen Mengen Weißfische abgefischt. Der Besatz mit Raubfischen wie Hecht, Wels und Zander soll die Zahl der Weißfische auf niedrigerem Niveau halten.

In einem Modellprojekt wird in Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation Zippelsförde durch die Fischerei Böttcher in Neuglobsow der Einsatz fischottergerechter Reusen getestet. Der qualvolle Tod durch Ertrinken in Reusen, neben dem Straßenverkehr zweithäufigste Verlustursache in Brandenburg, wird so wirkungsvoll verhindert.


11.06.2007

Kontakt:
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Am Friedensplatz 9, 16775 Stechlin OT Menz, Referat GR 1 Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, Gudrun Quietzsch, Tel.: 03 30 82 / 407 - 0, Fax: 03 30 82 / 407-15, E-Mail: NP-Stechlin-Ruppiner-Land@LUGV.Brandenburg.de