Hinweis: brandenburg.de hat seine Internet-Seiten auf barrierefreien Zugriff optimiert und verwendet deshalb standardisiertes CSS (Stylesheets). Sollte Ihr Browser dieses nicht korrekt anzeigen, unterstützt er nicht die üblichen Webstandards. Weitere Informationen finden Sie hier.
Logo und Link zu Brandenburgs Nationale Naturlandschaften

Brandenburgs Naturlandschaften - Internationale Zusammenarbeit

weitere Informationen  „Inter-Nationalpark“ Unteres Odertal
weitere Informationen  Transnationale europäische Zusammenarbeit
weitere Informationen  Weißrussland, Russland und Ukraine
 

Die Natur macht nicht an Ländergrenzen halt. Zugvögel wie Kranich oder Storch sind auf ihren Tausende von Kilometern weiten Wanderrouten zwischen Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet vielen Gefahren ausgesetzt. Der beste Wiesenbrüterschutz ist sinnlos, wenn Bekassinen, Kiebitze und Uferschnepfen in ihren Rastgebieten massenweise geschossen werden. Was hilft die Umhegung der Kraniche in Brandenburg, wenn der Nachwuchs in seinen spanischen Überwinterungsgebieten keine Nahrung mehr findet. Die internationale Zusammenarbeit erweitert den Horizont und ermöglicht, Probleme in einen globalen Zusammenhang einzuordnen, sie schafft auch Verständnis für andere Naturschutzansätze und lehrt uns mitunter demütig, die Anstrengungen von Naturschützern unter weit schwierigeren Bedingungen zu verfolgen.

Deutsch-Polnisches Umweltbildungszentrum in Criewen (Foto: MLUV-Archiv) hochspringen „Inter-Nationalpark“ Unteres Odertal
Der Nationalpark Unteres Odertal war von Beginn an als Teil eines länderübergreifenden Inter-Nationalparks konzipiert. Der Schaffung des Nationalparks Unteres Odertal als deutschem Teil ging die Gründung des Landschaftsschutzparks Unteres Odertal (Park Krajobrazowy Dolina Dolnej Odry) voraus. Heute basiert die Zusammenarbeit der brandenburgischen und polnischen Schutzgebietsverwaltungen auf zwischenstaatlichen Übereinkommen und wird von Gremien auf Bundes-/Republik- und Landes -/Woiewodschaftsebene fachlich und politisch begleitet. Im Jahr 2001 hat das Deutsch-Polnische Umweltbildungszentrum in Criewen seinen Betrieb aufgenommen und leistet neben der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Teerofenbrücke einen weiteren Beitrag zur deutsch-polnischen Verständigung.

hochspringen Transnationale europäische Zusammenarbeit
Eingebunden in das weltweite Netz von UNESCO-Biosphärenreservaten, das mittlerweile 482 Gebiete in 102 Ländern umfasst, pflegt auch das Biosphärenreservat Spreewald internationale Beziehungen.

Der niederländische Nationalpark De Weerribben und das Biosphärenreservat Spreewald arbeiten seit dem Jahr 2001 auf verschiedenen Gebieten wie der Entwicklung von neuen Modellen zur ressourcenschonenden Landwirtschaft, touristischen Projekten oder Fragen des gebietstypischen Bauens und des Artenschutzes zusammen. Aus dieser Partnerschaft heraus entwickelte sich seither auch eine Zusammenarbeit der LEADER+-Regionen Spreewald und Flevoland/Overijssel, die unter anderem zu engen Beziehungen zwischen dem Tourismusverband Spreewald und dem dortigen Fremdenverkehrsverein führte.

Ein zwischen dem Landesumweltamt Brandenburg und Staatsbosbeheer Flevoland/Overijssel im Jahr 2005 abgeschlossener Vertrag ermöglicht außerdem Kontakte zwischen anderen Schutzgebieten Brandenburgs und der niederländischen Partner-Provinz .

Seit der Unterzeichung eines Partnerschaftsvertrages mit dem polnischen Nationalpark Narew im Jahr 2005 erstrecken sich die internationalen Kontakte des Biosphärenreservates Spreewaldes auch nach Osteuropa. Der Narew Nationalpark liegt im nordöstlichen Teil Polens in der Wojewodschaft Podlaskie. Er umfasst das sumpfige Tal der Narew zwischen Suraz und Rzedziany. Als Brutgebiet für Wasser- und Sumpfvögel besitzt es internationale Bedeutung.

2006 wurde von den drei Partnern die Idee einer transnationalen, europäischen Zusammenarbeit konkretisiert, die künftig als viertes Schutzgebiet auch den Nationalpark Pripjat-Stochid in der Ukraine integrieren soll.

Die vier Schutzgebiete zeichnen sich durch ähnliche natürliche, sozio-kulturelle und traditionelle Bedingungen aus. Bei allen handelt es sich um Fluss- bzw. Niederungsgebiete, die von einem engmaschigen Netz von Fließgewässern durchzogen werden. Überall stand früher, in der Ukraine bis heute, eine extensive Nutzung der Feuchtwiesen durch Mahd sowie die Fischerei im Vordergrund. In den „westlichen“ Schutzgebieten bestimmt heute der Tourismus mehr und mehr das Bild, dagegen ist die Sicherung einer standortangepassten Nutzung der Wiesen unter den gegenwärtigen Bedingungen der Agrarmärkte immer schwieriger. In Polen verfolgt man interessante Ansätze zu Nutzung der Biomasse zur Energiegewinnung. In der Ukraine dominiert noch die kleinbäuerliche Nutzung, die Flüsse sind noch sehr naturbelassen – der Schutz der Pripjat-Sümpfe als europaweit bedeutendstes Niedermoorgebiet ist hier eine wichtige Aufgabe. Für alle Partner ergeben sich vielfältige Ansatzpunkte zum Erfahrungs- und Wissenstransfer.

hochspringen Weißrussland, Russland und Ukraine
In den Naturgebieten dieser Staaten lebt mehr als die Hälfte des Weltbestandes der Schreiadler und der Seggenrohrsänger. Doch deren Zukunft ist bedroht durch Flusskanalisierung, Moor-„Kultivierung” und Torfabbau. Für die in Weißrussland, Westsibirien und in der Ukraine noch großflächig und zahlreich vorhandenen Niedermoore und Auen wurden den dortigen Wissenschaftlern und Naturschutzverbänden Sponsoren und Kooperationspartner vermittelt und mit Rat und Tat Unterstützung geleistet.


13.06.2007

Kontakt:
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Abteilung Service, Referat S5 - Umweltinformation, Öffentlichkeitsarbeit, Landeslehrstätte Lebus, Doris Lorenz, Tel.: 033201/ 442 -627, E-Mail: Doris.Lorenz@LUGV.Brandenburg.de