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Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe - Forschung und Projekte

Naturschutzgroßprojekt Lenzener Elbtalaue

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Erster Spatenstich zur Deichrückverlegung (Foto: Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg)

Das Naturschutzgroßprojekt „Lenzener Elbtalaue“ ist der letzte Baustein zur Umsetzung der Deichrückverlegung bei Lenzen, wobei eine Aufteilung der Aufgaben zwischen dem Land Brandenburg und dem Träger des Naturschutzgroßprojektes erfolgt. Das Land Brandenburg lässt über das Landesumweltamt den neuen Deich erbauen, das Naturschutzgroßprojekt ist für die anderen Maßnahmen verantwortlich.

Das Projekt hat Pilotcharakter mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Trotz zahlreicher, anders lautender politischer Ankündigungen, vor allem nach extremen Hochwasserereignissen, ist die tatsächliche Umsetzung geplanter Rückdeichungen die absolute Ausnahme. Die Deichrückverlegung bei Lenzen mit einer Größe von über 400 Hektar ist derzeit nahezu einmalig in der Bundesrepublik.
Ein vergleichbares Projekt im Lödderitzer Forst bei Dessau befindet sich in der Bauphase.

Ende 2009 wurde der Altdeich an 6 Stellen geöffnet. Seitdem strömt die Elbe ab einem Wasserstand (Pegel Lenzen) von 3,80 m zuerst von Unterstrom und ab einem Wasserstand von 4,10 m auch von Oberstrom in das Gebiet ein. Dies ist in 2010 bis heute 4 mal geschehen.
Die Arbeiten zum Naturschutzgroßprojekt sind voraussichtlich Ende 2010 abgeschlossen.

hochspringen Voraussetzungen
Trotz aller mit einem Großprojekt zwangsläufig verbundenen Probleme waren einige Grundvoraussetzungen in Lenzen ausgesprochen günstig und haben die Realisierung erst ermöglicht. Dazu gehören vor allem

  • Keine Siedlungen im Rückdeichungsgebiet
  • DieUnterstützung durch den betroffenen Landwirtschaftsbetrieb
  • Flächenerwerb durch das Land Brandenburg (EU-LIFE-Projekt) mit anschließendem Bodenordnungsverfahren zur Klärung der Eigentumsfragen
  • die kontinuierliche Projektbetreuung über viele Jahre durch das Biosphärenreservat
  • die intensive und langjährige Forschungsbegleitung (BMBF-Projekt)
  • die integrative Struktur des Projektträgers

hochspringen Ziele des Naturschutzgroßprojektes

  • die Wiederherstellung einer natürlichen, funktionsfähigen Flussauenlandschaft
  • die Wiederherstellung von Überflutungsräumen
  • die Regeneration diverser Auenlebensräume: Auwald, Auengewässer, Qualmwasserbereiche, halboffene Weidelandschaft, Stromtalwiesen
  • Naturerlebnis Aue: Erleben - Lernen - Wertschätzen

hochspringen Förderung
Für die Realisierung des Projektes wurde eine Aufnahme in das Förderprogramm zur Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlicher Bedeutung des Bundes (Naturschutzgroßprojekte) erfolgreich beantragt. Damit wird das Projekt zu 75 Prozent vom Bundesumweltministerium, zu 18 Prozent vom MLUV des Landes Brandenburg und zu 7 Prozent vom Projektträger, dem Trägerverbund Burg Lenzen e.V. getragen. Der Anteil des Trägerverbundes finanziert sich durch Zuwendungen der Michael Otto Stiftung, der Deutschen Umwelthilfe e.V., Bingo Lotto Niedersachsen, BUND Bundesverband, Naturschutzfonds Brandenburg und der Stiftung Naturlandschaft.


24.08.2010

Kontakt:
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Neuhausstraße 9, 19322 Rühstädt, Referat GR 5 Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, Jeanette Fischer, Tel.: 038791/ 980 12, Fax: 038791/ 980 11, E-Mail: Jeanette.Fischer@LUGV.Brandenburg.de