Informationen zur Blauzungenkrankheit
Nachdem die Blauzungenkrankheit erstmalig in Deutschland im August 2006 im Raum Kölner Bucht aufgetreten ist und sich rasant ausgebreitet hat, konnte die Seuche durch die konsequente Impfung in den Folgejahren zum Stillstand gebracht werden. Brandenburg wurde im Vergleich zu den anderen Bundesländern fast völlig von dem Seuchenzug verschont. Im Dezember 2007 wurde der erste Fall im Havelland festgestellt, in 2008 gab es 8 Fälle in den Landkreisen Elbe-Elster, Havelland, Ostprignitz-Ruppin sowie in Prignitz, 2009 gab es in Märkisch-Oderland und in Oberhavel jeweils einen Nachweis. Seit 2010 traten keine weiteren Fälle der Erkrankung auf. Klinische Erkrankungen wurden in keinem Fall festgestellt.
Überblick
der aufgetretenen Fälle von Blauzungenkrankheit in Brandenburg in den Jahren
2007 bis 2009
Impfungen
Im Rahmen der in den Jahren 2008 und 2009 staatlich organisierten Impfkampagnen wurde ein nahezu flächendeckender Impfschutz bei Wiederkäuern hergestellt.
| Anzahl der geimpften Tiere | |||
| Rinder | Schafe | Ziegen | |
| 2008 | 568.330 | 153.855 | 12.362 |
| 2009 | 537.737 | 132.329 | 13.491 |
| 2010 | 270.084 | 33.658 | 940 |
Seit 2010 ist die Impfung gegen BTV-8 nicht mehr verpflichtend. Es wird
dringend dazu geraten, die Tiere weiterhin gegen die Blauzungenkrankheit impfen
zu lassen. Dies ist aus tiergesundheitlichen Gründen unbedingt erforderlich, da
das BTV-8 weiter zirkuliert.
Klinische Erkrankungen führen zu Leistungsdepressionen und können tödlich
verlaufen. Betriebe, die empfängliche Tiere in BTV-8-freie Regionen verbringen
wollen, können dies in Fällen geimpfter Tiere unter erleichterten Bedingungen
tun. Für nichtgeimpfte Tiere sind in diesem Fall aufwändige Untersuchungen
erforderlich.
Für die Impfung stehen zugelassene Impfstoffe zur Verfügung. Die Durchführung
der Impfung erfolgt durch den praktizierenden Tierarzt der Wahl.
Die Kosten für die Durchführung der Impfung sind vom Tierhalter zu tragen. Die
Impfungen sollten im Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere
(HIT) für Schafe/Ziegen bestandsbezogen und für Rinder einzeltierbezogen
registriert werden, um Verzögerungen beim innergemeinschaftlichen Verbringen
oder der Ausfuhr von Tieren zu vermeiden.
Monitoringuntersuchungen
In den Jahren 2008 und 2009 wurden Monitoringuntersuchungen zur Präsens des BTV-8 in Brandenburg ausschließlich an Nutzwiederkäuern durchgeführt.
Seit 2010 werden auch Wildwiederkäuer in die Monitoringuntersuchungen einbezogen.
| Anzahl der Untersuchungen an Hauswiederkäuern |
davon positiv |
||
| 2008 | 18.540 | 8 | |
| 2009 | 11.203 | 2 | |
| Hauswiederkäuer | Wildwiederkäuer | ||
| 2010 | 9.648 | 17 | 0 |
Weitere Informationen
Informationen
zur Blauzungenkrankheit (Infos des BMELV)
Informationen der EU
Informationen für Tierhalter/Tierärzte (Infoblatt des FLI)
19.05.2011
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Abteilung Verbraucherschutz, Referat 32, Hans-Georg Kantak, Tel.: (0331) 866-7472, E-Mail: VetwesenBB@MUGV.Brandenburg.de


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