
Naturschutzgebiet "Untere Havel Süd"
Das NSG "Untere Havel Süd" ist Teil des FFH-Gebietes "Niederung der Unteren Havel / Gülper See" und des SPA-Gebietes (Vogelschutzgebiet) "Niederung der Unteren Havel" sowie ein "Feuchtgebiet von nationaler Bedeutung".
Das neue Naturschutzgebiet im Naturpark Westhavelland umfasst 3.933 Hektar zwischen den Städten Pritzerbe und Rathenow. In Verbindung mit dem Naturschutzgebiet Untere Havel Nord, das nördlich von Rathenow beginnt, steht nun in Brandenburg die gesamte Niederung der Unteren Havel bis zur Landesgrenze zu Sachen-Anhalt unter Schutz.
Die Überflutungsflächen der unteren Havel bei Hochwasser sind seit dem 18. Jahrhundert von über 150.000 auf 12.000 Hektar geschrumpft; auf weniger als ein Zehntel ihrer einstigen Größe. Umso notwendiger ist der Schutz der verbliebenen Flächen, nicht zuletzt aufgrund ihrer zahlreichen Regelungsfunktionen für den Klima-, Nährstoff- und Wasserhaushalt, aber auch wegen ihrer Bedeutung als Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen.
Beeindruckend
ist besonders der Vogelreichtum dieser Region. Als Brut- oder Rastgebiet für
Wat- und Wasservögel hat sie deutschlandweit Bedeutung. Zusammen mit dem
Naturschutzgebiet "Untere Havel Nord" besitzt es diesen Stellenwert
für das Binnenland Zentralmitteleuropas. Höcker-, Sing- und Zwergschwäne
sowie zehntausende nordische Gänse und Kraniche rasten auf dem Weg zu oder von
ihren Brutplätzen in Skandinavien alljährlich in der Havelniederung. Seltene
Arten wie Rohrdommel, Roter und Schwarzer Milan, Seeadler, Kranich,
Kampfläufer, Wachtelkönig und Trauerseeschwalbe, Eisvogel und Neuntöter
finden hier Schutz und Nahrung zur Aufzucht ihrer Jungen. Auch für Biber und
Fischotter, für Kreuzkröte, Moorfrosch und Ringelnatter ist dies ein
lukrativer Lebensraum. Stromtalwiesen und Niedermoore auf den Grünländern
beherbergen einen Insektenreichtum, der die Lebensgrundlage für viele weite
Arten bildet.
Zahlreiche intensive Gespräche mit Kommunalpolitikern und den Landwirten der Region fanden statt. Auch künftig können die Landwirte die Flächen nutzen. Für die Beschränkungen erhalten die Betriebe eine finanzielle Entschädigung.
Weitere Informationen
Brandenburgs Tierwelt
Natura 2000
Naturpark Westhavelland
28.07.2010
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Abteilung Naturschutz, Referat 45, Birgit Lehmann, Tel.: 0331/ 866 -7187, E-Mail: Birgit.Lehmann@MUGV.Brandenburg.de


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