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Havelaue  (Foto: LUA, Dr. Thomas Schoknecht)

Naturschutzgebiet "Untere Havel Süd"

Das NSG "Untere Havel Süd" ist Teil des FFH-Gebietes "Niederung der Unteren Havel / Gülper See" und des SPA-Gebietes (Vogelschutzgebiet) "Niederung der Unteren Havel" sowie ein "Feuchtgebiet von nationaler Bedeutung".

Das neue Naturschutzgebiet im Naturpark Westhavelland umfasst 3.933 Hektar zwischen den Städten Pritzerbe und Rathenow. In Verbindung mit dem Naturschutzgebiet Untere Havel Nord, das nördlich von Rathenow beginnt, steht nun in Brandenburg die gesamte Niederung der Unteren Havel bis zur Landesgrenze zu Sachen-Anhalt unter Schutz.

Die Überflutungsflächen der unteren Havel bei Hochwasser sind seit dem 18. Jahrhundert von über 150.000 auf 12.000 Hektar geschrumpft; auf weniger als ein Zehntel ihrer einstigen Größe. Umso notwendiger ist der Schutz der verbliebenen Flächen, nicht zuletzt aufgrund ihrer zahlreichen Regelungsfunktionen für den Klima-, Nährstoff- und Wasserhaushalt, aber auch wegen ihrer Bedeutung als Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen.

Mögelin (Foto: Bernicke-Pérez Castilleja)Beeindruckend ist besonders der Vogelreichtum dieser Region. Als Brut- oder Rastgebiet für Wat- und Wasservögel hat sie deutschlandweit Bedeutung. Zusammen mit dem Naturschutzgebiet "Untere Havel Nord" besitzt es diesen Stellenwert für das Binnenland Zentralmitteleuropas. Höcker-, Sing- und Zwergschwäne sowie zehntausende nordische Gänse und Kraniche rasten auf dem Weg zu oder von ihren Brutplätzen in Skandinavien alljährlich in der Havelniederung. Seltene Arten wie Rohrdommel, Roter und Schwarzer Milan, Seeadler, Kranich, Kampfläufer, Wachtelkönig und Trauerseeschwalbe, Eisvogel und Neuntöter finden hier Schutz und Nahrung zur Aufzucht ihrer Jungen. Auch für Biber und Fischotter, für Kreuzkröte, Moorfrosch und Ringelnatter ist dies ein lukrativer Lebensraum. Stromtalwiesen und Niedermoore auf den Grünländern beherbergen einen Insektenreichtum, der die Lebensgrundlage für viele weite Arten bildet.

Zahlreiche intensive Gespräche mit Kommunalpolitikern und den Landwirten der Region fanden statt. Auch künftig können die Landwirte die Flächen nutzen. Für die Beschränkungen erhalten die Betriebe eine finanzielle Entschädigung.

Weitere Informationen
weitere Informationen  Brandenburgs Tierwelt
weitere Informationen  Natura 2000
weitere Informationen  Naturpark Westhavelland


28.07.2010

Kontakt:
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Abteilung Naturschutz, Referat 45, Birgit Lehmann, Tel.: 0331/ 866 -7187, E-Mail: Birgit.Lehmann@MUGV.Brandenburg.de