
Brandenburgs Naturlandschaften - Pflege- und Entwicklungspläne
Das Land Brandenburg hat aufgrund seiner reichen Naturausstattung eine große Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Europa. 30% der Landesfläche wurden in Großschutzgebieten unter Schutz gestellt. In diesem Großschutzgebietssystem sind alle vorkommenden Großlandschaftseinheiten repräsentiert. Es umfasst 11 Naturparke, einen Nationalpark und drei Biosphärenreservate, in denen als Modellregionen für den integrierten Natur- und Ressourcenschutz vor allem naturschutzfachliche Ziele bei der Landbewirtschaftung berücksichtigt werden sollen.
Der Pflege- und Entwicklungsplan (PEP) ist ein Naturschutzfachplan, der als Handlungskonzept für den Schutz, die Pflege und die Entwicklung der Lebensräume und Arten in den Großschutzgebieten im Land Brandenburg aufgestellt wird. Die in den jeweiligen Schutzgebietsverordnungen festgelegten Ziele werden durch den PEP konkretisiert. Im § 58 des Brandenburger Naturschutzgesetzes ist dieser Auftrag festgeschrieben. Für den Nationalpark Unteres Odertal wird gemäß Nationalparkgesetz (§ 7 Absatz 2) ein Nationalparkplan aufgestellt. Der PEP wird vom Landesumweltamt (Referat GR1) aufgestellt. Innerhalb der Großschutzgebiete befinden sich zahlreiche Natura 2000-Gebiete, für die Managementpläne zur Umsetzung der EU-Richtlinien 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) und 79/409/EWG (Vogelschutzrichtlinie) aufgestellt werden. Die Ergebnisse der Managementplanung Natura 2000 werden in die Pflege- und Entwicklungsplanung integriert.
Das Instrument zur naturschutzfachlichen Planung, zur Visualisierung der Ergebnisse und zur Datenauswertung ist die ArcView-Anwendung PEPGIS (Pflege- und Entwicklungsplanung im Geographischen Informationssystem), die von einer Projektgruppe der Fachhochschule Eberswalde erstellt wurde.
Der PEP besitzt gegenüber Privatpersonen keine unmittelbare Rechtsverbindlichkeit, öffentliche Verwaltungen müssen ihn aber nach erfolgtem Abstimmungsprozess bei anderen Planungen angemessen berücksichtigen. Die aktuellen Pflege- und Entwicklungspläne werden von einem Abstimmungsverfahren begleitet, bei dem die Erfordernisse der Landnutzungen soweit wie möglich im Naturschutzplan berücksichtigt und Maßnahmen zur Erreichung des Ziels und mögliche Alternativen mit den Akteuren diskutiert werden.
Der PEP ist ein Handlungsprogramm mit der Darstellung planungsrelevanter landschaftsökologischer Daten.
Wesentliche Planungsaussagen sind:- Darstellung von naturschutzfachlichen Zielen und Leitbildern
- Herausstellung schutzwürdiger Flächen (Schutzziele)
- Festlegung von Bereichen mit Handlungsbedarf
- Ableitung von Maßnahmen
- Aussagen über die Dringlichkeit von Maßnahmen
- Festlegung von Prioritäten
- Aufzeigen von Alternativen
Der Pflege- und Entwicklungsplan enthält neben einem Grundlagen- und Planungsteil unterschiedliche Fachbeiträge
- Flora, Vegetation, Biotope
- Fauna
- Gewässer und Fischerei
- Forstwirtschaft und Jagd
- Landwirtschaft
- Tourismus
Die konkrete Planung der PEP erfolgt in mehreren Schritten:
- Abgrenzung der Planungsräume (Landschaftsräume)
- Kartierung von ausgewählten Arten und Biotopen
- Entwicklung von Zielen und Leitbildern
- Ableitung von Pflege- und Entwicklungszielen
- Maßnahmeplanung
Die Umsetzung der PEP mit den Landnutzern erfolgt dann auf unterschiedliche Weise:
- Abschluss von Verträgen (VNS) und gezielter Einsatz von Agrar-Umwelt-Maßnahmen (KULAP)
- Gezielter Einsatz von Förderprogrammen verschiedener Behörden
- Berücksichtigung bei der Forstplanung (Einvernehmen für den Landeswald)
- Eingang in die Gewässerunterhaltungspläne
- Berücksichtigung im Rahmen der Bauleit- und Landschaftsplanung
- Vom Land speziell vom LUA finanzierte Maßnahmen
- Initiierung von Drittmittel-Projekten (z.B. EU-LIFE, Naturschutzgroßprojekte des Bundes, F+E-Vorhaben, Stiftungsprojekte)
Arbeitsmaterialien:
- Mustergliederung
- Die Pflege- und Entwicklungsplanung in den Biosphärenreservaten, Natur- und Nationalparken des Landes Brandenburg
- Stand der Pflege- und Entwicklingspläne im Land Brandenburg
- Materialien zu den Pflege- und Entwicklungsplänen für die Großschutzgebiete des Landes Brandenburg
- Band 1 Positionspapier Wald
- Band 2 Positionspapier Landwirtschaft
- Band 3 Positionspapier Tourismus (wird z.Z. überarbeitet)
- Band 4 Weiterführende Informationen über das Bundesland Brandenburg
- Band 5 Standard-Maßnahmekatalog (wird z.Z. überarbeitet)
03.03.2010
Landesumweltamt Brandenburg, Referat GR 1 Grundsätze, Koordinierung Naturparke Nord, Martina Düvel, Tel.: 03334/ 662736 , E-Mail: Martina.Duevel@LUA.Brandenburg.de


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