
Biosphärenreservat Spreewald: Naturtourismus
Highlights
Sorbische Kultur
Eingewandert
im 6. Jahrhundert u. Z. gelangten die sorbischen Stämme der Milzener (auf dem
Gebiet der heutigen Oberlausitz) und Lusitzer (auf dem Gebiet der heutigen
Niederlausitz) im 10. und 11. Jahrhundert unter deutsche Herrschaft. Seit dieser
Zeit betreiben sorbischstämmige - auch Wenden genannt - und deutschstämmige
Spreewälder gemeinsam die Urbarmachung und den Aufbau der Region.
Auch wenn die traditionelle Spreewaldtracht im Straßenbild heute nicht mehr zu sehen ist, werden sorbische Bräuche im Spreewald noch gepflegt. Allerdings ist zu bedenken, dass im Spreewald nicht nur Sorben, sondern auch viele Deutsche leben und die Traditionen und Feste von beiden Volksgruppen begangen werden. Wichtige Feste im Laufe des Jahres sind die Fastnacht (Zapust), Ostern mit zahlreichen Osterbräuchen, das Maibaumaufstellen und eine Reihe von Erntebräuchen wie: das Hahnrupfen, das Huhnschlagen, das Froschkarren oder Stollen-, Stoppel- und Kranzreiten.
Als Nachkommen der im Zuge der Völkerwanderung eingewanderten slawischen Stämmen leben heute noch ca. 60.000 Sorben in der Lausitz. Trotz jahrhundertelanger Repressalien und Assimilierungsmaßnahmen haben sie Teile ihrer slawischen Identität und Kultur bewahren können. Seit einigen Jahrzehnten sind sie als ethnische Minderheit anerkannt. Die Brandenburgische Verfassung garantiert ihnen kulturelle und sprachliche Eigenständigkeit. Dennoch spricht fast nur noch die ältere Generation die verschiedenen sorbischen Dialekte. Allerdings bleibt das Slawische in den Familien-, Orts-, Flur- und Fließnamen lebendig. Orts- und Straßenschilder sind im gesamten Spreewald zweisprachig deutsch/sorbisch.
13.12.2007
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Referat GR 4 Biosphärenreservat Spreewald, Eugen Nowak, Tel.: 03542/ 8921 -0, Fax: 03542/ 8921 -40, E-Mail: br-spreewald@lugv.brandenburg.de


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