
TÜP in Brandenburg - Masterplan Region Lieberose
Masterplan Lieberose und geplante internationale Naturausstellung (INA) Lieberose
Der Masterplan Lieberose konzipiert die zukunftsfähige Entwicklung des rund 26.000 Hektar großen, zum Teil stark munitionsbelasteten ehemaligen Truppenübungsplatzes Lieberose. Der Konzeptvorschlag umfasst auch Infrastrukturmaßnahmen für die angrenzenden Orte und den ehemaligen Truppenübungsplatz.
Durch die Gutachter wurde nicht nur das "Kerngebiet" des ehemaligen Truppenübungsplatzes, sondern mit den umliegenden Ämtern und Gemeinden die ganze Region Lieberose untersucht. In drei Workshops mit Vertretern aus allen gesellschaftlichen Gruppen konnte ein einvernehmliches Ergebnis erzielt werden.
Die Region Lieberose und der ehemalige Truppenübungsplatz Lieberose stellen
eine Besonderheit und gleichzeitig eine Herausforderung für die Menschen dar,
die hier leben und arbeiten. Der Truppenübungsplatz wurde mit Beginn des
zweiten Weltkrieges von der deutschen Wehrmacht eingerichtet, nach Kriegsende
von der sowjetischen Armee übernommen und nach der politischen Wende dem Bund
und schließlich dem Land zurückgegeben. Der Platz ist zum Teil stark
munitionsbelastet und teilweise auch für die Bevölkerung bis zum heutigen Tage
gesperrt. Gleichzeitig hat sich hier ein Naturraum erhalten und entwickelt, der
in dieser Größenordnung und Ausprägung nicht nur in Brandenburg, sondern
bundesweit einzigartig ist.
Als unzerschnittenes FFH- und Vogelschutzgebiet ist er ein bedeutender Baustein im europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000. Mit den Heiden, den über 120 Mooren, der sog. Wüste und den neu geschaffenen Wildnisflächen bietet sich eine immense landschaftliche Vielfalt, die aber bisher leider nur von Wenigen erlebt werden konnte.
Durch eine Munitionsberäumung auf Wegen und Rückegassen konnte sich wieder
eine forstwirtschaftliche Nutzung etablieren. Und mit der größten Solaranlage
des Landes Brandenburg präsentiert der Standort seine Bedeutung für
erneuerbare Energien.
Die Erstellung des Masterplans und vor allem auch der Prozess dahin sollen dazu beitragen, die Entwicklung der Region maßgeblich zu unterstützen. Gleichzeitig hilft er, die natürlichen Voraussetzungen als Potentiale zu erkennen und zu nutzen und ganz besonders auch die vielen Ideen, die es gibt, zusammenzuführen und ihnen gemeinsam zur Umsetzung zu verhelfen.
Für die Umsetzung des Masterplanes wird die Ausrichtung einer Internationalen Naturausstellung (INA) vorgeschlagen - der ersten sozusagen, weil es so ein Projekt bisher noch nicht gab.
Das Projekt kann auch einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung darstellen.
Die Stiftung Naturlandschaften als Mitstreiterin bei der INA engagiert sich
für die Entwicklung von Wildnis. Sie hat mit dem Wildtierkorridor ein Projekt
auf den Weg gebracht, das zeigt, wie auch die übergeordnete Vernetzung von
Lebensräumen in einzigartiger Weise umgesetzt werden kann.
Mit der INA sollen in der Region beispielhafte Ansätze und Projekte entwickelt und umgesetzt werden, die im Ausstellungsjahr - verbunden mit internationalen Kongressen - präsentiert werden sollen. Die Region ist hierfür bestens geeignet, da es eine derartig große, weitgehend ungestörte, zusammenhängende Fläche sonst nirgendwo in Deutschland gibt. Die Landschaft repräsentiert unterschiedlichste Landschaftsbilder, sie gehört zwei Euroregionen an und weist vielfältige Verflechtungen mit den angrenzenden Räumen des Biosphärenreservates Spreewald, mit dem Naturpark Schlaubetal und mit dem Fürst-Pückler-Land mit seinen neu entstehenden Landschaften auf.
Weitere Informationen:
Masterplan
Region Lieberoser Heide - Abschlussbericht des diskursiven Planungsverfahrens
Pressemitteilung "Große
Chancen für Entwicklung der Region und für Naturschutz"
Grußwort der Ministerin zur
Vorstellung des Masterplanes
INA - Internationale
Naturausstellung Lieberoser Heide
31.05.2010
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Abteilung Naturschutz, Referat 45, Christoph Molkenbur, Tel.: 0331/ 866 -7565, E-Mail: Christoph.Molkenbur@MUGV.Brandenburg.de


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