
Naturpark Niederlausitzer Landrücken - Natur
Natur und Landschaft
Tiere
Tiere in den Gewässern
Tiere in der Bergbaufolgelandschaft
Tiere in der Agrarlandschaft
Tiere in den Wäldern
Die Zweigestreifte Quelljungfer ist eine Charakterart der sommerkühlen
Bachläufe des Landrückens. Die größte heimische Libellenart lebt bis zu 5
Jahre als Larve auf dem Bachgrund und ernährt sich von Kleintieren. Durch das
Trockenfallen von Bachoberläufen und Versauerung wurden einige Fundorte
zerstört.
Edelkrebs und Schmerle (auch Bartgrundel) sind weitere typische Bewohner von Bächen. Sie sind selten geworden, weil durch Begradigungen, Eintiefungen und regelmäßige Unterhaltungsarbeiten die Strukturen für ihr Vorkommen (Steine, Totholz, Uferauskolkungen) selten wurden.
Auch die Gebirgsstelze ist ein Bachbewohner. Sie benötigt Bereiche mit starker Strömung und möglichst Turbulenzen, wie sie die Sohlabstürze (Wasserfälle) der Mühlen mit sich bringen. Auch diese Art leidet unter der Versauerung von Fließgewässern, da dort die Nahrung für die Singvögel fehlt.
Zu den wertvollen Mitbewohnern von Fischteichen zählt die Rotbauchunke. Die Verbreitungsschwerpunkte liegen bei Fürstlich Drehna / Groß Mehßow und Buchwäldchen / Muckwar. Weitere seltene Arten sind Bitterling, Fischotter, Fischadler, Rohrweihe, Kranich und sogar Singschwan.
Die Schellente kommt an einigen Teichen vor, hat aber in den letzten Jahren besonders die Seen der Bergbaufolgelandschaft besiedelt. Dort ist inzwischen auch die Kleine Königslibelle zu Hause. Ein älterer Bergbausee bei Bornsdorf beherbergt mit der Zierlichen und der Östlichen Moosjungfer gleich zwei Kostbarkeiten unter den Libellen.
Die Große Moosjungfer als weitere Art der FFH-Richtlinie konnte sich im Krossener Busch, Schuge- und Mühlenfließ-Quellgebiet sowie in der Teichlandschaft Groß Mehßow behaupten. Sie tauchte auch bereits an vegetationsreichen Gewässern der Bergbaufolgelandschaft auf, so dass hier die Hoffnung auf eine neuerliche Ausbreitung besteht.
Tiere in der Bergbaufolgelandschaft
Weitere Seltenheiten in der Bergbaufolgelandschaft finden wir auf dem Trockenen: An vegetationsarmen Ufern lebt der Wiener Sandlaufkäfer, auf Rohbodenflächen Sandohrwurm und Sandschrecke, während in den Trockenrasen Italienische Schönschrecke, Kreiselwespe und Brachpieper vorkommen. In kleinen Tümpeln entwickeln sich die Larven von Kreuz- und Wechselkröte.
Abbruchkanten an den Tagebaurestlöchern nutzen Uferschwalben zum Graben ihrer Niströhren. Die Kolonien der Art sind aber auf dem Rückzug, weil während der Bergbausanierung die Steilufer beseitigt werden müssen. In Wanninchen wartet daher eine künstliche Steilwand auf den Einzug der Schwalben.
Eine erfreuliche Zunahme zeigt der deutschlandweit seltene Raubwürger Der
Singvogel, der neben größeren Insekten auch Kleinvögel und Mäuse jagt,
brütet vor allem in der Bergbaufolgelandschaft, aber auch in strukturreichen
Agrarlandschaften mit Säumen, Hecken und Feldgehölzen.
Manche Tierarten der Ackerlandschaften sind heute stark bedroht. Es ist daher wichtig, dass Rebhuhn, Kiebitz und Feldhase ebenfalls in der Bergbaufolgelandschaft ein Refugium gefunden haben.
Die Wiesenweihe war bereits ausgestorben, hat sich ab 1997 aber wieder im Naturpark angesiedelt. Die schönen Greife brüten heute in Getreide- und Feldfutterschlägen, wo sie ohne Hilfe regelmäßig ein Opfer der Mähdrescher würden. Dank engagierter Arbeit ehrenamtlicher Naturschützer können in jedem Jahr mehrere Bruten geschützt werden.
In den Wäldern des Landrückens leben seltene Eulen. Der Raufußkauz ist das "Wappentier" des Naturparks. Er brütet nur in den großen Waldgebieten der Rochauer Heide, im Sonnewalder Forst und in der Babbener Heide. Noch seltener ist der nur starengroße Sperlingskauz, der bisher nur in der Rochauer Heide gefunden wurde.
Das einstige Charaktertier dieser alten Wälder, das Auerhuhn, ist leider nach 1990 ausgestorben. Ein Artenschutzprogramm für eine denkbare Wiederansiedlung ist seit Jahren in Vorbereitung.
08.02.2007
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, Referat GR 6 Naturpark Niederlausitzer Landrücken, Claudia Donat, Tel.: 035 324/ 305 -16, Fax: 035 324/ 305 -20, E-Mail: np-niederlausitzer-landruecken@lugv.brandenburg.de


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