"Arten im Ausverkauf" in der Biosphäre Potsdam ( 01.09.2010 )
Potsdam – "CITES – Arten im Ausverkauf" heißt die Ausstellung, die heute (1.9.) durch den Präsidenten des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), Matthias Freude, in der Biosphäre Potsdam eröffnet wurde (11 Uhr). Im Jahr der Biodiversität macht das LUGV mit dieser Schau auf die Ausrottung von Tieren und Pflanzen durch den weltweit organisierten kriminellen Handel aufmerksam.
Der internationale Handel mit lebenden Tieren und Pflanzen wild lebender Arten sowie aus diesen gewonnenen Teilen und Erzeugnissen erzielt hohe Gewinne. Neben dem kontrollierten Handel werden nach wie vor Artbestände illegal ausgebeutet. Europa und auch Deutschland sind hierbei oft Hauptabnehmer.
Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of wild fauna and flora) schützt mehr als 30.000 gefährdete Tier- und Pflanzenarten mit einem weltweiten System zur Überwachung des Artenhandels. In Brandenburg sorgt das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) dafür, dass nur legal gezüchtete Exemplare gehandelt werden.
In den letzten 10 Jahren stellte das LUGV 25.000 Bescheinigungen für den Handel mit geschützten Arten aus. In der gleichen Zeit registrierte die Behörde 570 Artenkriminalitätsdelikte im Handel - in mehreren hundert Fällen beschlagnahmte sie illegal gehandelte Exemplare geschützter Arten, darunter 178 Tiere wie Papageien, Greifvögel, Landschildkröten und Echsen, 50 Kg Steinkorallen, 150 tote Tiere und Präparate sowie 9.000 Vogelgelege. Seit 1990 stellte das LUGV 400 illegale Vergiftungen, Abschüsse, Fänge oder Verletzungen wild lebender Vögel und mehr als 900 unerlaubte Naturentnahmen fest.
Im LUGV sind über 7.600 Halter von Papageien, Singvögeln, Schildkröten, Echsen, Schlangen und anderer Arten erfasst. Hinzu kommen u.a. 150 Zoohandlungen, auch Zoos und Zirkusunternehmen, Präparationsbetriebe, Orchideenhändler, Händler von Antiquitäten oder Erzeugnissen der traditionellen chinesischen Medizin.
Die aus 16 Tafeln und 2 Vitrinen mit Exponaten bestehende Wanderausstellung des LUGV beleuchtet den Artenhandel und dessen Überwachung sowie die Artenkriminalität und deren Bekämpfung. Sie ist zusammen mit der Ausstellung "Biologische Vielfalt" des Bundesamtes für Naturschutz bis 30. November in der Biosphäre Potsdam zu sehen: Georg-Herrmann-Allee 99, 14469 Potsdam, Mo. - Fr. 9 – 18 Uhr, Sa. - So. 10 – 19 Uhr.
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Referat 02 "Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Internationale Kooperation", Alrun Kaune-Nüßlein, Tel.: 0331/ 866 -7016, E-Mail: Alrun.Kaune-Nuesslein@MUGV.Brandenburg.de


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